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Archive for the ‘Wissenswertes’ Category

Die Literarische Teestube ist umgezogen und ist nun – nach längerer Renovierungsphase – unter http://teestube.sturmwolf.de zu finden. 

(An dieser Stelle einen ganz, ganz lieben Dank an meinen Freund Michael, der nicht nur den Umzug organisiert hat, sondern auch die neuen „Räumlichkeiten“ zur Verfügung gestellt hat 🙂 .)

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chimps_combo.jpgJane Goodall ist – für alle, die ihr noch nicht irgendwo in den Medien begegnet sind – eine Verhaltensforscherin, die vor allem für ihre Feldforschung bei Schimpansen im afrikanischen Gombe-Nationalpark bekannt wurde. In zahlreichen Büchern berichtet sie über ihre Beobachtungen. Die (meiner Ansicht nach) besten unter diesen sind „Wilde Schimpansen“ und der Nachfolger „Ein Herz für Schimpansen“ – auf Deutsch 1991 bzw. 1996 erschienen. Das Außergewöhnliche an Jane Goodalls Forschung, für das sie oftmals kritisiert und von anderer Seite sicher ebenso oft gelobt wurde, ist die Tatsache, dass sie die nüchterne Distanz zu den „Beobachtungsobjekten“ aufgab. War es zu Beginn ihrer Forschungen, 1960, noch üblich, die beobachteten Tiere zu nummerieren, so war Jane Goodall die erste Wissenschaftlerin, die ihnen statt dessen Namen gab. Es gelang ihr, das Vertrauen der Schimpansen zu gewinnen, und so konnte sie Anteil an deren Leben nehmen und sie auf den Wanderungen durch den Nationalpark begleiten. Viele der so gewonnenen Erkenntnisse waren damals für die traditionelle Wissenschaft ausgesprochen überraschend. Schimpansen können lieben und trauern und sogar regelrechte Kriege führen. Sie gebrauchen nicht nur Äste als Werkzeuge, sondern richten diese auch eigens dafür zu, sie sind zu Kannibalismus ebenso in der Lage, wie zu gegenseitiger Hilfe.

Wer immer gerne Tiere beobachtet hat, der wird an diesen Büchern mit Sicherheit Freude haben. Einfühlsam und zugleich wissenschaftlich präzise gibt die Autorin ihre Beobachtungen im Gombe-Reservat wieder. Der Stil ist anschaulich und flüssig, zudem macht reichliches Bildmaterial es leicht, den Beschreibungen zu folgen. Man lernt die einzelnen Schimpansen – Flo, Fifi, Flint, den alten David Greybeard und all die Anderen – nach und nach kennen und wird, ganz unmerklich, dazu verführt, sie als individuelle Persönlichkeiten zu sehen. Affe ist eben doch nicht gleich Affe… und am Ende stellt man sich die Frage: was ist es denn nun eigentlich, das den Menschen zum Menschen macht? Die Unterschiede sind vorhanden (dem widerspricht auch Jane Goodall nicht), aber sie scheinen doch etwas kleiner zu sein, als wir lange dachten…goodall_schimpanse.jpg

Und wer jetzt neugierig geworden ist, aber nicht gleich die Bücher kaufen mag: auf der Hompage des „Jane Goodall Institute“ gibt es Informationen und Fotos zum Stöbern…

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