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Archive for the ‘Stöberkiste’ Category

Wir alle haben uns in Schulzeiten bereits mit dem Englischen geplagt. Manche mehr, andere weniger – einige von uns haben es später studiert, manch einen zog es gar ins (englischsprachige) Ausland und wieder andere haben es, wie meine Wenigkeit, zwar mit den Jahren lesen und schätzen, nie aber so recht sprechen gelernt.

Wie aber sehen eigentlich jene, denen das Glück zu Teil wurde, das Englische in die Wiege gelegt zu bekommen, unsere Sprache? Wen das interessiert, der sollte vielleicht einmal Mark Twains Essay „The Awful German Language“ lesen.

Dieser ist eigentlich ein Anhang zu seinem 1880 erschienenen Buch „A Tramp Abroad“. Hier lernt der neugierige, deutsche Muttersprachler, der sich über die seltsamen Grammatikbeispiele der Englischlehrbücher wunderte, das auch jene der Deutschlehrbücher offenbar nur wenig einleuchtender sind. Ihm wird ein ganz neuer Blick auf den verflixten Genitiv gewährt (der Dativ war eben schon damals, im 19. Jahrhundert, oft dem Genitiv sein Tod – oder hätte es jedenfalls ruhig sein können, wäre es nach manch verzweifeltem Deutschschüler gegangen). Dann die vertrackten Geschlechtszuweisungen. Der Baum, aber die Blätter. Der Fisch ist männlich, seine verdammten Schuppen aber weiblich. Der Frau wird weibliches Geschlecht zugebilligt, als Eheweib ist sie aber Neutrum? (Wir reden, wohlgemerkt, vom Deutsch des 19. Jahrhunderts). Und zu guter letzt die bodenlose Frechheit, die Teile eines einzelnen Verbes durch ganze Nebensatzkonstruktionen voneinander zu trennen (man denke an „ab-reisen“). Wer soll da das Deutsche überhaupt jemals erlernen können?
Mit dieser Frage, und anderen, erheiternden und zum Nachdenken anregenden, schlägt sich Mark Twain herum, und kommt letztendlich zu der Schlussfolgerung: „My philological studies have satisfied me that a gifted person ought to learn English (barring spelling and pronouncing) in thirty hours, French in thirty days, and German in thirty years.“.

Nun ja, über Englisch in dreißig Stunden mag man diskutieren – aber offenbar sollten wir vielleicht doch etwas mehr Verständnis für jene aufbringen, die eben nicht mit unserer wunderbaren, schweren und so herrlich komplizierten Sprache zur Welt kamen. Und vielleicht ein klein wenig dankbar sein, dass wir in der Schule Englisch und nicht Deutsch als Fremdsprache lernen mussten.

Den Aufsatz gibt es übrigens hier nachzulesen oder, wem das lieber ist, als Hörbuch auf LibriVox herunterzuladen. Beides, natürlich, kostenlos 😉 – für arme mittellose Leseratten.

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Gegen Kopfschmerzen gibt es Aspirin, gegen Husten Hustensaft – aber was nimmt man, so fragt sich Erich Kästner im Vorwort dieses kleinen Gedichtbändchens, gegen Lebensüberdruß und graue Herbstabende ein? Welche Medizin hilft bei „Gefühlsanämie“ oder einem schweren Fall von „Einsamkeit“? Kästners Antwort auf diese Fragen ist eine lyrische Hausapotheke, in der er eine Art dichterischer Aspirin für jede noch so trübe Stimmung bereithält. So empfiehlt er im Inhaltsverzeichnis „Wenn man wenig Geld hat“ die Seiten 18, 19 oder auch 208 zu lesen, während für den, der gerade zu Faulheit neigt, die Seiten 118, 142 oder 184 das rechte Mittelchen zur Kur bieten. Zum Lesen dieser gar nicht bitteren Pillen benötigt man freilich ein wenig mehr Zeit als beispielsweise für Kästners Aphorismen, doch es lohnt sich. Denn schon wer sich überhaupt die Ruhe für ein oder zwei Gedichte nimmt, der baut ja ein wenig innere Spannung ab und erhält Gelegenheit zum Durchatmen. Und wenn die Gedichte dann noch von Erich Kästner stammen, ist es durchaus möglich, dass man das Büchlein mit einem kleinen, erleichterten Seufzer wieder beiseite legt und sich denkt: „Ja, so kann man das natürlich auch sehen!“

Zum Beispiel endet Kästners „Warnung vor dem Selbstmord“ (auf S.38 zu finden) mit den schönen Versen:

Ja, die Bösen und Beschränkten

Sind die Meisten und die Stärkern.

Aber spiel nicht den Gekränkten.

Bleib am Leben, sie zu ärgern!

Es kann jedoch genauso geschehen, dass man doch über sich selbst und die Welt ins Nachdenken gerät (und über zutiefst philosophischen Betrachtungen völlig vergisst, weshalb man sich eigentlich gerade geärgert hat). So heißt es in einem anderen Gedicht („Herbst auf der ganzen Linie“, S. 190 ), das in Fällen schwerer Einsamkeit empfohlen wird:

Die Stunden machen ihre Runde

Wir folgen ihnen Schritt für Schritt.

Und gehen langsam vor die Hunde.

Man führt uns hin. Wir laufen mit.

Nein, es ist nicht immer angenehm, was da geschrieben steht, denn möchte man in wohlgesetzten, pointierten Worten das hören, was man in tiefster Seele eigentlich schon wusste und sich bloß nicht eingestehen wollte? Aber andererseits ist es manchmal auch beruhigend zu wissen, dass es anderen schon genauso ging und oftmals ist es hilfreich, in ein klares Bild gegossen vor sich zu sehen, was man bisher nur „so irgendwie“ fühlte.

Natürlich, nicht alle Gedichte auf diesen über 200 Seiten sind gleich gut. Nicht jeder wird alle mögen, manche wird man erst verstehen, wenn man sie nach Jahren, in einer anderen Lebenslage, noch einmal liest. Und während die einen eingängig sind, erfordern andere zum Verständnis doch ein wenig neugieriges Grübeln. Aber das ist es ja eben, was eine Hausapotheke ausmacht: Es ist für jeden (Not)Fall etwas dabei.

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Ja, die Teestube ist grün geworden. Nicht nur, weil ich hoffe, dass die Farbe der Hoffnung angesichts trüben Winterwetters aufheiternd wirken könnte. Es handelt sich, recht banal, vor allem um den verzweifelten Versuch eines technischen Laien, die hübschen Zitate (siehe unten links auf der Seite) richtig anzeigen zu lassen  – „in grün“ sind sie aus unerfindlichen Gründen besser lesbar 😉 !

P.S.: die besagten Zitate, die thematisch so gut zur Teestube passen, habe ich „all4qotes“ zu verdanken, einer sehr reichhaltigen und nützlichen Zitatensammlung, die sogar ein RSS-Newsfeed mit Zufallszitaten aus auswählbaren Themengebieten und ähnliche, nette Bereicherungen für Homepages anbietet. Einfach mal reinstöbern, es lohnt sich!

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Erich Kästner: Kurz und bündig

Dieses Buch, oder vielmehr Büchlein (ein solches war es zumindest in der Ausgabe des Atriumverlags von 1950, die ich besitze) ist ein kleines Juwel. Für Erich-Kästner-Begeisterte ebenso wie für solche, die einfach nur Freude an wunderbar pointierten, geistreichen und vor Witz sprühenden Epigrammen haben. Eine Sammlung, die zum Schmunzeln und Nachdenken zugleich anregt, rasch zwischendurch gelesen ist und doch lange im Gedächtnis bleibt.
Wie aber beschreibt man ein Buch, das einen so prägnanten Titel trägt? Passenderweise nicht mit vielen Worten, sondern eben „kurz und bündig“. Daher möchte ich hier, um eine Vorstellung vom Stil des Autors zu vermitteln, einfach zwei  Kästner-Epigramme zitieren, die zu meinen (unzähligen) persönlichen Favoriten gehören.

Eines befaßt sich mit den unbekannten Größen der Geschichte:

Über den Nachruhm
oder
Der gordische Knoten

Den unlösbaren Knoten zu zersäbeln
Gehörte zum Pensum Alexanders.
Und wie hieß jener, der den Knoten knüpfte?
Den kennt kein Mensch.
(Doch sicher war es jemand anders.)

Und hier geht es um Bäume (- wirklich Bäume?):

Mitleid und Perspektive
oder
Die Ansichten eines Baumes

Hier, wo ich stehe, sind wir Bäume
die Straße und die Zwischenräume
so unvergleichlich groß und breit.
Mein Gott, mir tun die kleinen Bäume
am Ende der Allee entsetzlich leid!

Na, schon Lust aufs Stöbern bekommen 😉 ?

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Zauberhafter Kurzfilm

Etwas kleines, feines für die Stöberkiste habe ich durch die jüngste „Ehrensenf“-Folge entdeckt: den Kurzfilm „The Piano“ von Aidan Gibbons. Nachdenklich, anrührend, dazu wunderschöne Musik von Yann Tiersen … einfach zauberhaft. Kann man sich bei http://thepiano.aidangibbons.com/ herunterladen oder hier direkt ansehen. (Denen, die auf höhere Bildqualität Wert legen, sei das Herunterladen empfohlen 😉 ).

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Der Teescout

Noch ein kleiner Linktipp zum Thema "Tee": unter teescout.de findet man interessante Informationen rund um den Tee. Nun, zugegeben, vielleicht sind die wohltuenden Wirkungen der Teesorten hier ein wenig überbewertet. Auch wenn es natürlich sehr schön wäre, wenn etwa grüner Tee tatsächlich – unter anderem! – "den Stoffwechsel stimulieren, die Muskulatur kräftigen, das Sehvermögen stärken, durch den Fluorgehalt vor Karies schützen, schlank machen und bei Stress die Nerven beruhigen" würde. Besonders das Schlankmachen und Muskelnstärken wäre praktisch – man stelle sich vor: eine Kanne grüner Tee zum Teegebäck und das Ganze wirkt insgesamt wie 40 Minuten Joggen 🙂 …

Aber auch dann, wenn man so viel Tee-Enthusiasmus mit einem kleinen Schmunzeln betrachtet, bietet die Seite viel Wissenswertes. Dazu gibt es Rezepte und – vor allem – kommentierte Links zu verschiedenen Tee-Shops (allerdings nicht ganz leicht zu finden: oben, sehr klein und blau: "Kategorien", darunter sind dann die "online-shops"). Außerdem gibt es jeweils einen herausgegriffenen Top-Anbieter des Monats, in Kategorien wie "Schnäppchen" oder "Große Auwahl", sowie eine Suchfunktion. Diese gibt etwa, für den Suchbegriff "aromatisierte Tees", (u.a.) auch die Onlineshops aus, die solche im Angebot haben. Für online-shoppende Teefreunde eine große Verführung… 😉

Viel Spaß beim Stöbern!


 


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Gonsalves_WrittenWorldklein.jpgEine wunderschöne Gallerie mit phantasievollen Bildern findet ihr hier: http://www.sapergalleries.com/Gonsalves.html . Einige davon regen zum Träumen an, manche auch zum Nachdenken. Vielleicht könnte man eines davon auf eine Teetasse drucken 🙂 ?

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