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Archive for Juni 2006

Zauberhafter Kurzfilm

Etwas kleines, feines für die Stöberkiste habe ich durch die jüngste „Ehrensenf“-Folge entdeckt: den Kurzfilm „The Piano“ von Aidan Gibbons. Nachdenklich, anrührend, dazu wunderschöne Musik von Yann Tiersen … einfach zauberhaft. Kann man sich bei http://thepiano.aidangibbons.com/ herunterladen oder hier direkt ansehen. (Denen, die auf höhere Bildqualität Wert legen, sei das Herunterladen empfohlen 😉 ).

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Ägypten – einmal anders!

Ja, wieder einmal Ägypten, aber dieses Buch hier ist, mit Sicherheit, auch für Nicht-Ägyptomanen ein Lesevergnügen. Und "Vergnügen" meine ich hier wörtlich :)! Um eine kurze Vorstellung von diesem Buch zu vermitteln, könnte man fragen: was würde passieren, wenn ein Terry Pratchett sich mit der altägyptischen Götterwelt und dem berühmten Auszug aus Ägypten befassen würde?

Ich denke, herauskommen würde etwas wie "Der Nomadengott" von Gerd Scherm.

Wir befinden uns im Jahre 1500 v. Christus. Alles beginnt damit, dass Pharaoh Ahmose beschließt, die Hyksos – die vor Generationen als Wirtschaftsflüchtlinge nach Ägypten kamen, sich dann zu bösen Fremdherrschern aufschwangen, mittlerweile aber eigentlich friedlich als Devotionalienhändler oder Badeaufseher arbeiten – aus dem Land am Nil zu vertreiben. Und angesichts der Umstände machen sie die Hyksos lieber auf den Weg, ehe sie hinausgeworfen werden. Während sich eine Gruppe, deren Geschichte heute noch relativ bekannt ist, um Moses und Aaron schart, folgt der Roman einem anderen (heute leider weniger bekannten) Häuflein Hyksos, um den Schreiber Seshmosis. Jene kleine Gruppe, die sich aus strategischen Gründen in "Tajarim" umbenennt, stellt irgendwann zu ihrer Verwunderung fest, dass sie von GON ("Gott ohne Namen") auserwählt worden ist. Ganz zu schweigen davon, daß außerdem einer der ihren (der Devotionalienhändler) versehentlich das magische Ankh des Krokodilgottes Suchos in die Finger bekommen hat und nun erstens hübsch grünlich leuchtet und zweitens so das Augenmerk der ägyptischen Götter auf die kleine Schar zieht – was weitreichende Konsequenzen hat. Und während GON, der ein wenig kurzsichtig ist (ein kleines Problem, wenn die Macht eines Gottes nur so weit reicht, wie er sehen kann…) und vorzugsweise als Katze erscheint (weil er nur Erscheinungsformen in der Größe 30 x 30 Zentimeter annehmen kann), mit dem Schreiber Seshmosis über die sinnvolle Ausführung von Geboten diskutiert ("Du sollst nicht töten – es sei denn, dir will jemand an den Kragen…"), klaut der böse Dämon Apophis die Sonnenbarke des Ra, Stiergott Apis schmuggelt sich in die Rinderherde der Tajarim, um besagtes Ankh im Auge zu behalten, die Tajarim beschließen in demokratischer Abstimmung den Auszug aus Ägypten aufzuschieben, um erst einmal die Pyramiden zu besichtigen…

Es ist eine verrückte Geschichte, hinreißend komisch, dabei aber gleichzeitig verblüffend tiefgründig. Man lernt viel über die Götterwelt (nicht nur über die ägyptische), erfährt einige amüsante geschichtliche Details (wusste jemand hier, dass es die alten Griechen waren, die die schönen ägyptischen Benben-Steine in "Obelisken" – d.h. "Bratspieße" umtauften?) und bekommt mit einem fröhlichen Augenzwinkern einige eigentlich doch sehr nachdenklich stimmende Denkanregungen serviert (nicht nur zum Thema "Zehn Gebote"). Sicher, echte Ägyptomanen mögen bemängeln, dass es der Autor mit den historischen Details nicht ganz so genau genommen hat, wie mit den mythologischen. (Oder die im Rahmen dieses Romans schlicht nicht genauso wichtig waren?) Und vielleicht hätte die vielversprechende Geschichte um das Ankh eine etwas größere Rolle spielen können. Aber andererseits wartet das Buch mit einem derartigen Feuerwerk witziger Einfälle und Überraschungen auf, dass man über solche Kleinigkeiten gern hinwegsieht.

Alles in allem also ein echter Leckerbissen – für Ägyptomanen ebenso wie für alle, die über Götter und Menschen gleichermaßen lachen können.

Und wer jetzt neugierig geworden ist: www.nomadengott.de ist die Homepage des Autors. Sogar eine Fortsetzung, "Die Irrfahrer", ist dort angekündigt, sie soll 2007 erscheinen. Wir freuen uns darauf – dann geht es offenbar mit der griechischen Götterwelt weiter 😉 .

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Damit all die Historie nicht langweilig wird, zur Abwechslung wieder einmal etwas Literarisches: J.W. von Brawe (1738-1758): „Der Freigeist“ – ein Drama, das hier bei Projekt Gutenberg zu finden ist – nur falls jemand so verrückt sein sollte, es tatsächlich lesen zu wollen ;).

Die Handlung des Stückes ist an sich so spannend, dass man – mindestens – eine moderne Seifenoper daraus machen könnte. Held Clerdon war ehemals tugendhaft, christlich, von allen bewundert und geliebt. Als er dem (weniger tugendhaften, weniger christlichen) Henley nicht nur beruflich den Rang abläuft, sondern diesem auch noch die angebetete Frau, Amalia, vor der Nase wegschnappt, sinnt Henley auf Rache. Er beschließt – und diese psychologische Perfidie ist durchaus faszinierend – den guten Clerdon auf Abwege zu führen. Er will ihn gerade all jener Vorzüge berauben, die er aufgrund seiner christlichen Tugend hatte – um dann um so hämischer triumphieren zu können, wenn Clerdon erst, durch Lasterhaftigkeit, ins tiefste Elend gesunken ist. Dazu verführt er Clerdon zunächst zur „Freigeisterei“ (d.h. – im damaligen Verständnis – zur Gotteslästerung, nämlich zur Infragestellung von Begriffen wie „Sünde“, „göttlicher Strafe“ oder „Tugendlohn“). Und als direkte Folge dieser Freigeisterei ergibt sich, dass Clerdon auch anfällig für alle anderen Laster wird. Als das Drama einsetzt, hat Clerdon das Vermögen seines Vaters verspielt, diesen mit dem Schuldenberg sitzen lassen und ist mit dem Verführer Henley zusammen vor den Gläubigern nach Schottland geflüchtet. Doch ehe Henley hier sein Werk vollenden kann, tauchen Clerdons, von diesem im Zuge des Lotterlebens verlassene, Verlobte Amalia und deren Bruder Granville auf. Beide haben sich fest vorgenommen, Clerdon auf den christlichen, tugendhaften Weg zurückzubringen. Das natürlich kann Henley nicht zulassen. Um die „Rückkehr“ Clerdons zur Tugend zu verhindern, macht er diesem weis, der edle Retter Granville sei in Wirklichkeit mit seiner Schwester angereist, um diese – als Rache am untreuen Clerdon – an Henley (den alten Konkurrenten um Amalias Hand) zu verheiraten. Und Clerdon fällt, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, auf diesen Trick herein. Er fordert, zornentbrannt, den verblüfften Granville (der schließlich wirklich nur die besten Absichten hatte!) zum Zweikampf. Und da Granville (natürlich, er ist ja edel) im Zweikampf seine Chancen, Clerdon zu töten, nicht nützt, sondern nur ausweicht, wird er schließlich selbst von diesem umgebracht. Was Henley, am Schluß, die Möglichkeit gibt, nun wirklich über Clerdon zu triumphieren. Als Clerdon erfährt (zuerst vom hinreißend lange und nobel sterbenden Granville und danach vom frohlockenden Henley), dass er verführt und verraten wurde, dadurch in Gotteslästerung und Laster fiel (sein Vater starb auch im Schuldturm) und obendrein einen unschuldigen Freund ermordet hat, ersticht er zuerst Henley und begeht danach Selbstmord. Und Bösewicht Henley freut sich, sterbend, noch immer seiner Rache – der letzte Satz des Dramas.

Für den heutigen Leser ist mit Sicherheit die sehr christliche Moral auffallend, die in langen Monlogen und vielen Nebensätzen immer und immer wieder durchscheint: Der Christ (immerhin: jeder Christ – also betontermaßen auch derjenige niederer Abkunft, wie Clerdons Diener Truworth) hat jederzeit die Gelegenheit, als leuchtendes Beispiel der Tugend zu handeln (wie Granville), während die „Freigeisterei“, der Abfall von dem Glauben an jenseitige Strafe für Sünden bzw. den jenseitigen Lohn für Tugend, zwangsläufig ins Verderben führt.

Abgesehen davon ist es aber eigentlich eine hochdramatische Handlung, oder? Vielleicht würde sie sich gut – in modernisierter Fassung und unter etwas anderen Gesichtspunkten – für eine Umarbeitung eignen…so gut wie manche Fernseh-Melodramen wäre das allemal! 😉

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Genaugenommen handelt es sich hier um zwei aufeinanderfolgende Romane, die ich, der Einfachheit halber, unter dem Namen des Helden zusammengefasst habe:

  • Der Assyrer (1987; The Assyrian)
  • Tiglat, Sohn des Königs (1989; The Blood Star)

Schauplatz ist Assyrien im 7. Jahrhundert vor Christus. Tiglat, Sohn einer königlichen Nebenfrau, ist eigentlich für die Eunuchenlaufbahn bestimmt. Doch durch einen glücklichen Zufall entgeht er diesem Schicksal und wird zusammen mit seinem Halbbruder Asharhaddon – dem Thronerben – zum Krieger erzogen. Zwischen den beiden Brüdern entsteht Rivalität. Zum einen um eine Frau, die Prinzessin Asarhamat, die zwar Tiglat liebt, aber dem Kronprinzen versprochen ist. Zum anderen ist da eine Prophezeiung, die eigentlich Tiglat den Königsthron zuspräche, die aber von Asharhaddons Mutter und den Priestern geschickt zugunsten des Kronprinzen Asharhaddon gefälscht wird, als der Vater Tiglat zu bevorzugen beginnt. So wird Asharhaddon, der eigentlich lieber Krieger geworden wäre, König, und Tiglat, dem Gott Assur und der Vater den Thron bestimmt hätten, wird Feldherr – die Auseinandersetzung ist vorherbestimmt. Im Laufe der beiden Romane durchläuft Tiglat, der seine Geschichte selbst erzählt, alle Höhen und Tiefen: vom Prinzen und gefeierten Kriegshelden bis hin zum mittellosen Verbannten; seine Flucht vor dem eifersüchtigen Bruder führt ihn, im zweiten Band, weit durch die antike Welt, bis nach Ägypten und schließlich Griechenland, wo er eine zweite Heimat findet. Und doch: am Ende kehrt Tiglat zurück, um dem von Feinden bedrängten Asharhaddon in einem letztem Kampf beizustehen…

Nun ja, der letzte Satz deutet es an: der Held der Geschichte ist wirklich sehr edel. Obwohl Asharhaddon, der die Konkurrenz des bei Volk und Heer beliebten Bruders fürchtet, ihm wahrlich übel mitspielt, nützt Tiglat keine der sich bietenden Gelegenheiten, um dem Bruder den Thron zu entreißen. Zu fest glaubt er an die Rechtmäßigkeit von Asharhaddons Thronanspruch. Doch trotz dieses für Durchschnittsleser vielleicht ab und an schwer nachvollziehbaren Edelmuts, identifiziert man sich mit Tiglat, dem Auserwählten des Gottes Assur. Ich schreibe "trotz", da mir persönlich normalerweise die "gemischten" Helden, mit ein oder zwei Charakterfehlern, immer lieber waren. Tiglat aber ist unter den "Edlen" eine positive Ausnahme: er lädt zum Mitfiebern ein und wirkt nicht im Geringsten farblos, steif oder unglaubwürdig. Und auch sonst haben die beiden Romane (rechte Schmöker von 600 bzw. 900 Seiten Stärke!) alles, was man sich wünscht: gewaltige Schlachten, einen nicht-ganz-bösen Bösewicht, den man wunderbar "hassen" kann, wenn er Tiglat wieder einmal demütigt, eine intrigierende Königin, eine schöne Frau zwischen zwei Männern, den verschmitzten Sklaven Kephalos, der sich zum treuen Helfer seines Herrn Tiglat entwickelt, Feldzüge, weite Reisen und fremde Völker. Unwahrscheinlich aufregend, von der ersten bis zur letzten Zeile, mit einigen wirklich überraschenden Wendungen. Ganz nebenbei erfährt man außerdem eine Menge über Assyrien und die antike Welt im 7. vorchristlichen Jahrhundert.

Einziges, kleines Problem könnte sein: soweit mir bekannt, werden die Bücher nicht mehr verlegt. Wer also jetzt neugierig, aber nicht gleich bei Amazon fündig geworden ist, sollte auch im Antiquariat oder in der Leihbuchhandlung suchen. Es lohnt sich!

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Andre Norton: Shadow Hawk

Dieses Buch ist, zur Abwechslung, einmal auf Englisch. Aber keine Angst – die "Altersfreigabe" ist "10 up", d.h., sogar Englischbanausen wie ich können es problemlos und mit Vergnügen lesen.

Wie die Kategoriewahl andeutet: es geht, mal wieder, um das alte Ägypten. Die Hyksos sind, um ca. 1500 v. Chr., schon seit langer Zeit unumstrittene Besatzer Ägyptens und haben sich in Avaris, einer von ihnen errichteten Festungsstadt im Nildelta, häuslich eingerichtet. Doch unter Pharao Sekenenre Tao beginnt sich Widerstand gegen die Fremdherrscher zu formieren. Der junge Rahotep, zweiter Sohn des Vizekönigs von Kusch, folgt, als er nach dem Tod seines Vaters von seinem älteren Bruder Unis vertrieben wird, dem Ruf des Pharaos in den Norden Ägyptens. Dort gerät er nicht nur mitten in den Krieg gegen die grausamen Hyksos. Beinahe ebenso gefährlich für ihn und seine Freunde, sind die Verschwörungen am Hof – denn der oberste Wesir und die Anubis-Priesterschaft wenden sich gegen die Aufstandspläne des Pharao und planen einen Anschlag auf dessen Leben…

Nun, wer die Geschichte Ägyptens kennt, weiß: Sekenenre Tao wird sterben (in der offiziellen Geschichtsschreibung fiel er allerdings in einer Schlacht), auch sein Erbe Kamose wird ihm nach kurzer Zeit folgen (auch wenn er am Ende des Buches noch lebt). Den Thron wird Ahmose besteigen, der jüngere Bruder Kamoses, der einst Bezwinger der Hyksos und Begründer des "Neuen Reiches" werden soll. Und mit eben diesem wagemutigen Prinzen hat unser Held Rahotep soeben Freundschaft geschlossen… wir dürfen also Spannung erwarten.

Und spannend wird es in der Tat, soviel kann ich versprechen. Das Buch hat alles, was ein guter historischer Schmöker braucht: viele spannende Kämpfe, ein paar dramatische Verletzungen, Verschwörungen, richtig schöne Bösewichter und interessante Nebenfiguren. Der historische Hintergrund ist dabei gut gelungen, obwohl die Autorin sonst mehr für SiFi- und Fantasyromane bekannt ist. Wirklich einziger Nachteil an diesem Roman: er ist zu kurz. Vermutlich, weil er als Kinderbuch konzipiert wurde, ist er nur knappe 250 Seiten lang – das reicht natürlich nicht für den kompletten Hyksoskrieg. Gerade also, als das Kampfgeschehen richtig losgehen müßte… ist die Geschichte zu Ende. Die erzählte Handlung ist lediglich eine Art "Episode" inmitten des beginnenden Krieges. Zudem werden, aufgrund dieser Kürze, auch einige vielversprechend beginnende Handlungsstränge zu knapp gehalten – der Bruderzwist zwischen Rahotep und Unis, die Anubispriester-Verschwörung, der rebellische Teti, der Unis dessen Trohn in Kush abnehmen möchte: daraus hätte man viel, viel mehr machen können. 

Viele gute Ansätze also, und leider keine Fortsetzung. Es wird auch keine mehr geben, denn das Buch erschien 1960, und Andre Norton ist, leider, 2005 verstorben. Man muss die Geschichte um Rahotep, seinen schwarzen Leoparden Bis, seinen Freund Kethi, die Prinzen Kamose und Ahmose und die bösen Anubispriester und Hyksos also selbstätig weiterspinnen. Aber andererseits: das kann ja auch sehr lustig sein 😉 …

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Der Teescout

Noch ein kleiner Linktipp zum Thema "Tee": unter teescout.de findet man interessante Informationen rund um den Tee. Nun, zugegeben, vielleicht sind die wohltuenden Wirkungen der Teesorten hier ein wenig überbewertet. Auch wenn es natürlich sehr schön wäre, wenn etwa grüner Tee tatsächlich – unter anderem! – "den Stoffwechsel stimulieren, die Muskulatur kräftigen, das Sehvermögen stärken, durch den Fluorgehalt vor Karies schützen, schlank machen und bei Stress die Nerven beruhigen" würde. Besonders das Schlankmachen und Muskelnstärken wäre praktisch – man stelle sich vor: eine Kanne grüner Tee zum Teegebäck und das Ganze wirkt insgesamt wie 40 Minuten Joggen 🙂 …

Aber auch dann, wenn man so viel Tee-Enthusiasmus mit einem kleinen Schmunzeln betrachtet, bietet die Seite viel Wissenswertes. Dazu gibt es Rezepte und – vor allem – kommentierte Links zu verschiedenen Tee-Shops (allerdings nicht ganz leicht zu finden: oben, sehr klein und blau: "Kategorien", darunter sind dann die "online-shops"). Außerdem gibt es jeweils einen herausgegriffenen Top-Anbieter des Monats, in Kategorien wie "Schnäppchen" oder "Große Auwahl", sowie eine Suchfunktion. Diese gibt etwa, für den Suchbegriff "aromatisierte Tees", (u.a.) auch die Onlineshops aus, die solche im Angebot haben. Für online-shoppende Teefreunde eine große Verführung… 😉

Viel Spaß beim Stöbern!


 


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Weißer Tee, ganz unpoetisch

Ja, jetzt gibt es ihn – aromatisierten weißen Tee. Und er heißt doch tatsächlich einfach so, wie er schmeckt: Weißer Tee: Pfirsich-Vanille. Na, na, liebe Meßmer-Werbestrategen, das ist aber reichlich einfallslos, oder? Keine "Momente der Verlockung"? Kein "Ying-und-Yang-Tee"? Nicht einmal ein bisschen Shakespeare im Namen? Immerhin hatte der mehr Dramen geschrieben, als nur "Romeo und Julia" – wäre nicht "Antonius und Cleopatra" eine Möglichkeit gewesen? Nein? Nicht?

Nun gut, dann müssen wir uns eben damit abfinden: dieser Weiße Tee von Meßmer ist ganz und gar unpoetisch. Aber, so erstaunlich das klingt 😉 : er schmeckt, trotz mangelnder Poesie, hervorragend! Gut, einigen Schwarzteegewöhnten mag er vielleicht, da weißer Tee an sich bereits sehr mild ist, zu süß sein – aber alle, die (wie ich 😉 ) gerade süße Tees besonders gern mögen, sollten diesen hier einmal probieren. Er ist wirklich rundum süß-fruchtig-vanillig-sanft. Sehr angenehm für verregnete, kalte Sommernachmittage.

Und, zwecks Ausprobieren, noch ein kleiner Zubereitungstipp von der Produktseite der Firma Meßmer (wo der Interessierte auch erfährt, was das eigentlich für ein Pflänzlein ist, das da den Weg in einen Teebeutel gefunden hat) : "Zur Zubereitung sollte man das Wasser nach dem Aufkochen ca. 3 Minuten abkühlen lassen, um die zarten, blumigen Nuancen des Weißen Tees in vollem Umfang genießen zu können. Die Ziehzeit sollte nicht länger als 3 Minuten betragen."

Äh…nun gut, ich gebe zu, für das "3-Minuten-abkühlen-lassen" war ich, chronisch teesüchtig wie ich bin, bisher immer zu ungeduldig. Und, ganz ehrlich, als ich es heute ausprobiert habe, konnte ich keinen nennenswerten Unterschied feststellen – außer, daß ich – zur Verwunderung meiner Familie – 3 Minuten lang wie ein ausgehungerter Löwe um den Wasserkocher herumgeschlichen bin … Dennoch, ich wollte diesen Expertenrat nicht unterschlagen, denn es mag ja Feinschmecker geben, die tatsächlich die "zarten blumigen Nuancen" in "vollem Umfang genießen" wollen. 😉 Aber wer es etwas eiliger hat, der kann diesen Tee getrost auch auf die gewohnte Weise aufgießen: ich kann versprechen: er schmeckt in jedem Fall ganz wunderbar :).

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