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Archive for 4. Mai 2006

Die Lord Meren Mysteries

TutanchamunWie ich in der "Einleitung" zur Rubrik "Ägypten" bereits ausführte – mein Ägyptenfieber begann mit der Romanreihe um Lord Meren, von Lynda S. Robinson. Die Serie umfasst mittlerweile sechs Bände, von denen die letzten zwei leider bislang nicht auf Deutsch erschienen sind. Hier erst einmal die Titel, in chronologischer Reihenfolge:

  • 1.Band: "Der Falke des Pharao" ("Murder in the Place of Anubis"; 1994)
  • 2.Band: "Der Spion des Pharao" ("Murder at the God's Gate"; 1995)
  • 3.Band: "Das Auge des Pharao" ("Murder at the Feast of Rejoicing";1996)
  • 4.Band: "Das Herz des Pharao" ("Eater of Souls"; 1997)
  • 5.Band: "Drinker of Blood" (2001)
  • 6.Band: "Slayer of Gods" (2003)

Es handelt sich um eine zusammenhängende Reihe historischer Kriminalromane, die im alten Ägypten zur Zeit des Pharao Tutanchamun spielen. Hauptfigur ist Lord Meren, etwa dreißig, gutaussehend ( 😉 falls das irgendjemanden interessiert ) und seines Zeichens einer der obersten Berater des noch kindlichen Pharao. Sein offizieller Amtstitel lautet "Auge und Ohr des Pharao" – was heute vermutlich etwa dem Chef des Geheimdienstes oder der Polizei entsprechen würde. Im Zuge dieser Tätigkeit wird Lord Meren immer wieder auch mit "brisanten" Ermittlungen betraut, wenn im direkten Umkreis des Pharao ein Mord geschieht. Neben dieser, in jedem Einzelband abgeschlossenen, Kriminalhandlung, gibt es noch einen übergreifenden Handlungsstrang: eine Verschwörung um den länger zurückliegenden Mord an Nofretete, der Gemahlin von Tutanchamuns Bruder und Vorgänger, Echnaton. Deshalb, und auch weil die Episoden um Lord Merens Familie aufeinander aufbauen, bietet es sich an, die Bände der Reihe nach zu lesen.

Die Bücher sind gut geschrieben, und das alte Ägypten ist nicht nur eine beliebig austauschbare Folie, vor der die Handlung stattfindet, sondern detailliert und kenntnisreich geschildert – ohne dass allerdings die eingeflochtenen Informationen aufgesetzt oder eingeschoben wirken.

Die handelnden Personen sind durchweg "sympathisch" – was nicht heißt, dass sie so widerwärtig perfekt wären, dass es langweilig würde. Neben Lord Meren spielen vor allem seine Kinder eine Rolle: die Töchter Bener (die ihrem Vater manchmal etwas zu klug und tatkräftig ist) und Isis (ein kleines, verführerisches, verwöhntes Luder von 13 Jahren). Außerdem gibt es Merens 18-jährigen Sohn Kysen. Kysen ist der "Gehilfe" seines Vaters, sein designierter Amtsnachfolger – und häufig in Konflikt mit seiner adligen Umwelt, da er eigentlich der Sohn eines Handwerkers ist, der von Lord Meren adoptiert wurde.

Neben diesen Hauptpersonen gibt es noch Remi, Kysens 3-jährigen Sohn, Pharao Tutanchamun natürlich – demgegenüber Lord Meren als väterlicher Freund auftritt (wenn sie sich nicht gerade zerstritten haben), den Priester Nebana, Merens Cousin, mit dem er sich vor Jahren überworfen hat und mit dem ihn eine seltsame Hass-Freundschaft verbindet, den alten, verbitterten Hohepriester Paranefer (ein erklärter politischer Gegner Tutanchamuns)… die Liste ist lang. Allen gemeinsam ist, dass sie individuell und lebendig wirken, und die Beziehungen unter ihnen entwickeln sich im Laufe der Romanreihe weiter. Und sie sind so unterschiedlich, dass, denke ich, jeder irgendeine Identifikationsfigur finden wird ;).

Die einzelnen Kriminalfälle sind so konstruiert, dass der Leser tatsächlich miträtseln kann – man hätte im Prinzip alle nötigen Informationen, um die Lösung selbst zu finden, aber trotzdem bleibt es spannend bis zur nächsten Seite. Auch wenn, das muss ich hier sagen, der 6. Band nicht ganz so hervorragend ist wie seine Vorgänger. Aber der (leider noch nicht angekündigte 😦 ) nächste Teil wird das sicher wieder wettmachen.

Insgesamt denke ich, die Romanreihe um Lord Meren könnte Krimifans, die eigentlich nicht besonders an Altägypten interessiert sind, ebenso gefallen wie Fans historischer Romane, denen es um den Zeithintergrund geht. Der wirklich einzige Schönheitsfehler ist: ich fürchte, die deutschen Titel sind mittlerweile vergriffen. Aber das muss niemanden hindern: sogar ich habe es geschafft, die letzten zwei Bände auf englisch zu verschlingen 😉 .

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