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Archive for 1. Mai 2006

Das Ägypten-Fieber

Warum ein eigene eigene Kategorie, ausschließlich für Ägypten? Nun, wer mich kennt, der weiß es: ich bin ein Fan des alten Ägypten. Des alten, wohlgemerkt – ich spreche von Pharaonen, allerhöchstens von Ptolemäern und römischer Besatzungszeit – eine Einschränkung, die vermutlich mit dem Auslöser dieses Fiebers zusammenhängt.

Es begann mit einem einzelnen Buch, das ich zufällig unter den Sonderangeboten vor einem Buchladen entdeckt hatte. „Das Auge des Pharao“ von Lynda S.Robinson. Ich kaufte es im Vorübergehen – nicht ahnend, was ich auslösen würde.

Das Buch gehörte zu einer Serie, den „Lord Meren Mysteries“. Es handelt sich dabei um Kriminalromane, die zur Zeit Tutanchamuns spielen. (Die Reihe hat übrigens eine eigene Homepage: http://www.meren.com . Meine Rezensionen zu den Büchern sind in Vorbereitung.). Nun sind Serien – wie jede Leseratte weiß – per se schon gefährlich für den Geldbeutel. Und diese Serie war zudem nicht lang genug für mich, da die Autorin – wer kann es ihr verdenken – mit meinem Lesehunger unmöglich Schritt halten konnte. So suchte ich Ersatz und las mich in der Folge durch beinahe alle auf Deutsch erschienenen Romane, die im alten Ägypten spielten.

Nur um allzu bald voller Verzweiflung festzustellen, dass die Übersetzer einfach nicht schnell genug arbeiteten, um mich mit Nachschub zu versorgen. Folglich begann ich, obwohl ich vormals englische Bücher nicht einmal angefaßt hätte (geschweige denn aufgeschlagen 😉 ), die englischen Originale zu lesen.

Und so füllten sich die Regale meines Bücherschrankes weiter – mit nun englischen Ägyptenromanen. Dass der Bestand nicht noch weiter um andere Sprachen ergänzt wurde, ist lediglich dem Umstand zu verdanken, dass meine 2. Fremdsprache Latein war (nicht Französisch) – und sich leider bislang niemand bemüßigt gefühlt hat, einen Ägyptenroman auf Latein zu verfassen.

Dennoch, die Anzahl der Ägyptenromane in meinem Bücherregal wächst stetig weiter. Bereits ihre schiere Menge macht eine eigene Kammer in meiner Teestube also zwingend erforderlich.

Außerdem aber – und hier wird mein Freund schon wieder den Kopf schütteln 😉 – bin ich ein wenig abergläubisch: Ägypten bringt einfach Glück. Mir zumindest.

Deshalb werden unter der Rubrik „Ägypten“ hier nach und nach Kurzrezensionen meiner Ägyptenbücher erscheinen. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja irgendwo eine närrische Leseratte, die sich auch am liebsten durch Papyrus-Rollen fressen würde?

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Es ist ja eine seltsame Sache, mit diesen Teesorten. Früher, da wußte man nicht einmal, was ein aromatisierter Tee ist. Es gab Früchtee und Kräutertee und schwarzen Tee im Laden, und der Kenner unterschied vielleicht noch zwischen „Darjeeling“ und „Ceylon“. Aber heutzutage trägt jeder Tee einen Namen. Einen möglichst poetischen. Den Anfang machten die Teeläden (eine der großartigsten Errungenschaften seit der Erfindung des Buchdrucks) mit ihren Mischungen. „Gießener Mischung“ gab es da, oder „7-Schwaben“ (letztere schmeckt übrigens auch mit Gießener Wasser ausgezeichnet). Und dann zogen auf einmal die Supermärkte nach. Und nun könnte man, stöbert man durch die Teeabteilung des Supermarktes, tatsächlich zu dichten beginnen, so verheißungsvoll klingt es da.

Meine Favoriten zur Zeit sind „Romeo und Julia“ eine Früchteteemischung von Meßmer, die ganz herrlich nach Himmbeer und Marzipan schmeckt. So unwahrscheinlich süß und rosa, wie man es sich an regnerischen Januartagen nur wünschen kann (auch wenn mein Freund sich vermutlich gerade mit Schaudern abwendet 😉 ).

Und „Momente des Glücks“ (ebenfalls von Meßmer) sind ebenfalls nicht zu verachten. Banane-Klee steht darauf – aber schmecken tut er vor allem nach Banane. Der „Klee“ ist vermutlich dem Glück auf der Packung geschuldet. Ob sie wohl die vierblättrigen Kleeblätter vorher handverlesen haben?

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Warum eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Mir fiel auf, dass sich, gab man die Suchbegriffe „Literatur“ und „Café“ in eine beliebige Suchmaschine ein, eine Unzahl von Tummelplätzen fand, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten.

Was aber ist mit überzeugten, leidenschaftlichen Teetrinkern, wie mir, die Kaffee allerhöchstens als Duftkerze zu würdigen wissen, aber von Buchhandlungen und Teeläden gleichermaßen magisch angezogen werden?

Eines war mir klar: hier bestand eine Marktlücke. Und so kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten. Und worum es dabei geht?

Um Bücher und Tee natürlich. Um Bücher, die man an regnerischen Nachmittagen mit auf die Wohnzimmercouch nimmt, um darüber die Zeit zu vergessen. Und um die vielfältigen Tees, die man dabei trinken könnte. (Immerhin ist das hier eine Teestube 🙂 .)

Um einen Anfang zu machen, werde ich zunächst meine eigenen Erfahrungen sammeln. Rezensionen und Kommentare zu den Büchern, die ich gerade lese oder die ich liebe, und Empfehlungen zu fantastischen Teesorten, die ich entdeckt habe. Bei den Büchern darf dabei ein ebenso buntes Allerlei erwartet werden, wie bei den Tees. Es könnte sich um Goethes Werther handeln, aber auch um einen guten historischen Roman, um einen dicken, anspruchslosen Fantasy-Schmöker genauso, wie um ein wirklich gut geschriebenes Fachbuch zu Geschichte oder Literaturwissenschaft. So wie ich mich bei Tees, je nach Stimmungslage, mal für sündhaft süße Früchtetees begeistere, nur um dann am nächsten Tag wieder von einer kräftigen Schwarzteemischung zu schwärmen.

Vielleicht wird ja der eine oder andere gerade in der Vielfalt etwas für sich finden – sich angeregt fühlen, selbst ein wenig zu schmökern. Oder es gelingt mir sogar, einige Kaffeetrinker von der Unwiderstehlichkeit eines duftenden, wunderbaren, heißen Tees zu überzeugen.

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Widmung

Es mag ungewöhnlich scheinen, jemandem einen Blog zu widmen. Bücher werden gewidmet, Gedichte, Musikstücke und andere, anspruchsvolle Produkte künstlerischer Kreativität. Aber ein Blog? Eines jener abertausend flüchtigen "Internet-Tagebücher", mit denen wir neuerdings, glaubt man der Presse, geradezu überschwemmt werden? Leicht liefe man Gefahr, dass der so Bedachte die Geste missversteht.

Dennoch will ich es wagen, denn ich denke, dass die ungewöhnliche Blog-Widmung in diesem Falle als das verstanden werden wird, was sie ist: ein aus tiefster Seele kommendes Dankeschön. Ein Dank für alles, was gewesen ist und noch kommen wird, und vor allem ein Dank dafür, dass mir die Freude des Bloggens eröffnet wurde.

Denn ich gestehe, ich gehörte lange zu der Heerschar der Ungläubigen, die der plötzlich ausgebrochenen Leidenschaft für Bloggs und eigene Websites mit einer milde amüsierten Skepsis gegenüberstanden. Nicht, dass ich mir nicht vorstellen konnte zu schreiben. Nur fand ich, dass mir, vor meinem ersten Literaturnobelpreis und mindestens drei Bestsellern, eine öffentliche Meinungsäußerung kaum zukäme.

Dass es bei dem Bloggen aber gar nicht um vollkommene Schrifstellerei geht, sondern um ehrliche Begeisterung – darum spontane Einfälle, Gedanken und Ideen mit jemandem zu teilen, der vielleicht genauso viel Freude daran haben könnte, wie man selbst. Einfach so, weil die Möglichkeit besteht. Das war ein Gedanke, mit dem ich erst durch Michaels Blog-Imperium vertraut wurde.

Und so widme ich mein erstes Blog – meine erste öffentliche "Internetpräsenz" überhaupt – Michael Wolf. Meinem geliebten, wunderbaren, engelsgeduldigen Freund.

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